Textatelier
BLOG vom: 10.12.2010

Obama-Stilbruch 30: Vor der Judenmacht kapitulieren alle

Autor: Walter Hess, Publizist, Biberstein AG/CH (Textatelier.com)
 
Als Barack Obama zum US-Präsidenten gewählt wurde, hatte er eine lange politische Karriere hinter sich. Er wusste, wie der Töff in der US-Politik läuft, und dennoch hat er als neuer Messias der Menschheit das Blaue vom Himmel herunter versprochen. Diese gigantische Irreführung der Öffentlichkeit in- und ausserhalb von Amerika habe ich von Anfang an durchschaut und auch bloggerisch zu Protokoll gegeben, und mochte noch so sehr die ganze Welt darauf hereinfallen. Inzwischen ist eine gewisse Klärung eingetreten, und selbst das amerikanische Volk, dessen politischer Reifegrad noch nie Pulitzerpreis-verdächtig war, hat den Schwindel allmählich durchschaut.
 
Wenigstens 90 Tage lang wollte der Alleskönner neuerdings den kriminellen Siedlungsbau der Israeli unterbrechen, um damit Voraussetzungen für Friedensgespräche mit den bestohlenen Palästinensern zu schaffen, denen auch noch das Trinkwasser abgegraben wird, um die Schwimmbäder der militanten jüdischen Siedler zu füllen. Offenbar findet der alttestamentarische Bibelgott sein Wohlgefallen daran. Nun aber ist selbst dieser kurze Unterbruch in einem völkerrechtlich durch nichts und wieder nichts zu rechtfertigenden Tun nicht durchzusetzen. Obama fehlen die Mittel, um die Juden, die auch in seinem eigenen Land die dominante Macht sind, wie sich einmal mehr erwiesen hat, zu senkeln. Er beharrt nun nicht mehr auf dem Moratorium.
 
An der Praxis ändert das selbstverständlich nichts, zumal schon frühere, halbherzig verordnete Baustopps kaum bis überhaupt nicht befolgt wurden. Weitergebaut wurde jeweils selbst dort, wo der Oberste Gerichtshof Israels eine „einstweilige Verfügung“ gegen das erweiterte, das heisst die ungesetzlichen Siedlungen erweiternde Bauen, erlassen hatte. Hintenherum wurden die Siedler vom Staat durch „massivste finanzielle Förderung als auch durch ideologischen Zuspruch bei unverhohlener Implementierung einer expansionslogisch ausgerichteten und infrastrukturell sich unübersehbar manifestierenden Politik, die nicht von ungefähr kritische Beobachter in Israel die Vorstellung von Apartheid in den Sinn kommen lässt“ gefördert. Solches kann im Buch „Antisemit!“ von Moshe Zuckermann (1949 in Tel Aviv geboren und heute als Professor für Geschichte und Philosophie an der dortigen Universität tätig) gelesen werden. Es gibt also auch in Israel Menschen, die darunter leiden, was sich ihr Staat alles erlaubt. Im Allgemeinen würden die Siedler im Parlament und von der jüdischen Bevölkerung Israels als „wahre Idealisten“ wahrgenommen und werden mithin bildkräftig als „Salz der Erde“ gepriesen, wie es dazu heisst – eine „ideologische Verblendung und grausame Farce, deren Hauptopfer die Palästinenser waren und bleiben“.
 
So unterstützen die USA halt die Atommacht Israel weiterhin, ohne dieser auch nur ein minimales Zugeständnis für ein friedliches, nachbarliches Nebeneinander abgetrotzt zu haben, ein überdeutliches Zeichen der politischen Hilflosigkeit des US-Präsidenten und des Niedergangs der USA überhaupt, welcher ja nicht allein am Dollarzerfall abzulesen ist. Und die ganze übrige Welt schaut zu, wie der Judenstaat, seinen Holocaust-Bonus brutal ausspielend (siehe Norman Finkelsteins Buch „The Holocaust-Industry“), Akte völkerrechtlicher Illegalität (wie die Okkupation und Besiedlung des Westjordanlands) aneinanderreiht, wie sie sonst hoffentlich nirgends auf der Erde geduldet würden. Denn das Land ist „schlechterdings nicht ihr Land“ (nicht jenes der Siedler), so Zuckermann, und dennoch konnte die Siedlerbewegung „zum Ungetüm anwachsen“. Der Autor konstatiert, die Deutschen hätten an den Juden „Ungeheures verbrochen“; nun hätten aber auch die „Juden (...) einiges an den Palästinensern verbrochen“.
 
Die Rolle der USA, welche ausgerechnet dieses Israel als Vorposten in der arabischen Welt aufgepäppelt haben und aufpäppeln, ist verheerend, strotzt vor Ungerechtigkeit. Im Umfeld der grössten Erdölvorkommen wird von der untergehenden Weltmacht noch laufend Öl ins Feuer gegossen. Dadurch ergeben sich schreckliche Ungleichgewichte. Israel wurde zu einer starken und ausserordentlich gefährlichen, offensichtlich selbst von ihren Verbündeten unbeherrschbaren Atommacht aufgebaut, und der Iran, der an seiner ersten Atombombe herumbastelt, wird mit Sanktionen bedacht. Durch eine solche vor Unausgewogenheit geradezu strotzende Politik wird jede Möglichkeit, zu einer allseits einvernehmlichen Lösung zu gelangen, vertan. Die USA wollen und befördern den Krieg; ihre Politik ist eine Kriegspolitik. Im jüngsten Nord-/Südkorea-Konflikt wurde nicht auf Friedensverhandlungen gesetzt, wie sie beispielsweise China vorschlug, sondern mit einem Kriegsschiff aufgefahren. Wie im sogenannten „Gesundheitswesen“, wo Krankheiten gefördert statt geheilt werden (sanfte Heilmethoden werden zugunsten brutaler Therapien zurückgedrängt, am liebsten verboten), so werden einträgliche Kriege statt der Friede gefördert. Ein trauriges Fazit.
 
Friedensnobelpreisträger Obama, der in seinen pompösen Auftritten den geplünderten Palästinensern ihren eigenen Staat versprochen hatte, kapitulierte vor den allmächtigen Juden. Er schaut zu, wie den Palästinensern das Land gestohlen wird, Grundstück um Grundstück. Und laut der „Süddeutschen Zeitung“ hat er zur Halbzeit seiner Amtsperiode wohl nur noch eine Chance, als Nahost-Vermittler in die Geschichte einzugehen: „als abschreckendes Beispiel dafür, wie man es nicht machen soll“. Er müsste und könnte Druck machen, zumal sich sowohl die Israelis als auch die Palästinenser de facto in kompletter Abhängigkeit von den USA befinden“. Die Palästinenser sind enttäuscht, und das auserwählte Volk der Juden weiss nun, wie einfach es ist, die Welt und die Weltpolitiker ins Leere laufen zu lassen. Sie sind stark, mächtig, niemand wagt es, sich mit ihnen anzulegen, die Medien in der „freien“, westlichen Welt schon gar nicht.
 
Es tönt schon fast wie aus einem billigen Kabarett: Die USA wollten Israel mit neuen Kampfjets im Wert von 3 Milliarden Dollar bestechen, wenn sie in der Siedlungsbaufrage ein wenig nachgeben würden, Fifa-ähnliche Zustände.
 
Frage: Wozu braucht man Kampfflugzeuge?
 
Wahrscheinlich für Trinkwasserlieferungen an die ausgetrockneten Palästinenser.
 
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